Sommertreffen 2026:
Haltung zeigen – Vielfalt, Macht und Gewaltfreiheit
Vom 28. bis 30. August 2026 kamen 35 Menschen zum diesjährigen Sommertreffen von gewaltfrei handeln im Kloster Jakobsberg zusammen. Unter dem Titel „Haltung zeigen – Vielfalt, Macht und Gewaltfreiheit“ haben wir uns ein Wochenende lang mit der eigenen Haltung, gesellschaftlicher Vielfalt und Machtverhältnissen beschäftigt – und damit, was das alles mit gewaltfreiem Handeln zu tun hat.
Ankommen und miteinander arbeiten

Am Freitagabend ging es zunächst darum, miteinander anzukommen und sich kennenzulernen. Bei einer soziometrischen Übung wurden erste Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar: Wie alt sind wir? Wann sind wir zum ersten Mal mit gewaltfrei handeln in Kontakt gekommen? Anschließend erzählten wir uns in kleinen Gruppen die Geschichten unserer Namen.
Auch die Frage, wie wir an diesem Wochenende miteinander arbeiten wollen, beschäftigte uns gleich zu Beginn. Nach einer stillen Lesezeit kamen wir über verschiedene Aussagen miteinander ins Gespräch und vereinbarten gemeinsame Grundlagen für die Zusammenarbeit. Den Tag ließen wir beim gemeinsamen Singen ausklingen.

Gewaltfreiheit im gesellschaftlichen Zusammenleben

Der Samstag begann mit einer Morgenrunde und einem Blick auf den gemeinsamen Tag. Im Mittelpunkt des Vormittags stand die Frage:
Was ist für mich Gewaltfreiheit im gesellschaftlichen Zusammenleben?
In einem Schreibgespräch konnten zunächst Gedanken und Fragen gesammelt werden, bevor wir uns in Kleingruppen darüber austauschten. Dabei wurde deutlich, dass viele Fragen rund um Gewaltfreiheit nicht mit einer einfachen Antwort abgeschlossen sind.


Je nachdem, welche Erfahrungen wir mitbringen und aus welcher Perspektive wir auf ein Thema schauen, können sich auch bekannte Fragen neu stellen.
Mit Methoden der Biografiearbeit ging es anschließend stärker um die eigene Geschichte und Prägung. In Zweiergesprächen und kleinen Gruppen war Raum, persönliche Erfahrungen zu teilen, Erkenntnisse zu gewinnen und miteinander in Resonanz zu gehen.

Vielfalt, Macht und unterschiedliche Perspektiven
Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden zwischen vier Workshops wählen, die das Thema des Sommertreffens aus unterschiedlichen Perspektiven aufgriffen:
- „Was Macht macht – Was macht Macht?“
- „Wieso Gott Fan von Vielfalt ist“
- „Vielfalt in Kinderbüchern“
- „Mit der Diversitätsbrille auf Sachsen-Anhalt geschaut“
So konnten die Teilnehmenden je nach Interesse unterschiedliche Schwerpunkte setzen und sich mit Fragen beschäftigen, die vom eigenen Alltag bis zur aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation reichen.
Am späten Nachmittag ging es noch einmal zurück zur persönlichen Reflexion: Was haben die Themen des Tages mit mir zu tun? Welche Erkenntnisse nehme ich mit? Welche Fragen gehen mir noch durch den Kopf und durchs Herz? Und wie möchte ich mit diesen Gedanken weiter umgehen?
Die Erkenntnisse, Fragen und Gedanken aus den Kleingruppen wurden anschließend zusammengetragen und bildeten einen gemeinsamen Abschluss des inhaltlich intensiven Tages.

Den Abend verbrachten wir mit einem Konzert der Singer/Songwriterin RevivaLiz.



Raum für Rückzug und Ansprechbarkeit
gewaltfrei handeln schreibt gerade fleißig an einem eigenen Awareness-Konzept und das diesjährige Sommertreffen diente als Pilotprojekt für die Umsetzung. So war dauerhaft unser „Team mit Herz“ vor Ort im Einsatz. Personen, die während des gesamten Wochenendes als feste Ansprechpartner*innen zur Verfügung standen. Wer ein Gespräch brauchte, etwas loswerden wollte oder Unterstützung suchte, konnte sich an sie wenden.
Zusätzlich gab es einen Rückzugsraum, der jederzeit genutzt werden konnte. Damit wollten wir auch der Tatsache Raum geben, dass ein intensives gemeinsames Wochenende unterschiedliche Bedürfnisse mit sich bringt – und dass manchmal ein Moment der Ruhe genauso wichtig sein kann wie Austausch und Begegnung.
Abschluss und Auswertung

Am Sonntag begann der Tag mit einer Morgenrunde. Anschließend feierten wir gemeinsam eine spirituelle Feier.
Zum Abschluss nahmen wir uns ausführlich Zeit für die Auswertung des Wochenendes. Wir schauten darauf, wie wir nach Hause gehen, was wir mitnehmen und was uns die Teilnahme leicht und angenehm gemacht hat. Ebenso hatte das seinen Platz, worüber wir gestolpert sind oder was uns schwerer gefallen ist.
Nach drei intensiven Tagen hieß es schließlich Abschied nehmen.

Veröffentlicht: 03.09.2026